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Dokumentation

„Kinder beobachten heißt,

Kindern mit Aufmerksamkeit begegnen!“

 

Das Beobachten der Kinder ist ein wichtiger Teil unserer erzieherischen Tätigkeit. Wir haben dazu täglich Gelegenheit, beim Spielen drinnen und draußen, beim Zuhören, Sprechen, Bauen und Malen, im Umgang mit anderen Kindern und mit Erwachsenen.

 

Mit Hilfe der systematischen Beobachtung möchten wir Erzieherinnen besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten, Entwicklungsfortschritte aber auch Defizite der Kinder in der Kindertagesstätte erkennen.

 

Wir lernen die Interessen und Abneigungen, Stärken und Schwächen kennen und können so das Kind in seiner Gesamtheit erfassen. Dabei können wir auch die Gruppenbildung und Gruppenprozesse innerhalb der Gruppe wahrnehmen.

 

Die Ergebnisse der Beobachtungen werden von allen Erzieherinnen in Beobachtungsbögen dokumentiert. Sie bilden nicht nur die Gesprächsgrundlage im Team, sondern sind auch für die regelmäßig stattfindenden Elterngespräche und ggf. für den Austausch mit den Grundschulen, Fördereinrichtungen usw. wichtig. Die Beobachtungen und Dokumentationen werden auch herangezogen zur Ermittlung der Lernausgangslage beim Übergang der Kinder von der Kindertagesstätte  zur Grundschule.

 

Außerdem werden Zeichnungen und die bei gelenkten Aktionen angefertigten Bilder und Bastelarbeiten der Kinder in Eigentumsmappen gesammelt. Anhand der Entstehungszeit und der dazu gemachten Aussage des Kindes kann man den jeweiligen Bildungs- und Entwicklungsstand erkennen. Verlässt ein Kind die Kindertagesstätte, erhält es diese Mappe zur Erinnerung.

 

Aufbauend auf den Beobachtungserkenntnissen werden die Bildungs – und Lernangebote gezielt, entsprechend den Bedürfnissen der Kinder eingesetzt.

 

Die Beobachtung und Dokumentation ist eine zentrale Aufgabe der Erzieherin und ein unerlässliches Instrument für die Bildungsbegleitung der Kinder.

 

Bildungs– und Lerndokumentationen unterliegen dem Datenschutz. Sie sind für die Eltern jederzeit einsehbar, dürfen aber ohne Einwilligung der Eltern nicht an Dritte weitergegeben werden. Andere Institutionen oder Personen können die Herausgabe der Dokumente nicht verlangen.

 

»Statt Kinder Wissen zu lehren,

statt ihnen beizubringen,

was sie lernen sollen,

was Erwachsene festgelegt haben,

statt sie so zu formen,

wie es dem Bild von Erwachsenen entspricht,

kommt es darauf an,

Kinder kennen zu lernen,

sich ein Bild von ihren Fähigkeiten und Interessen zu machen

und darauf aufbauend,

geeignete Impulse zur Unterstützung der Neugier und

des Forschergeistes von Kindern zu finden«.

 

 

Für uns bedeutet Beobachtung:

  • Stärken und Schwächen der Kinder erkennen
  • Entdecken von Elementarkenntnissen, Interessen, Neigungen, Gewohnheiten
  • Genaues fachliches Hinschauen
  • Gezielte Beobachtungen über längere Zeiträume
  • Intensive und gezielte Beschäftigung mit dem Kind und seinem Thema
  • Interesse am Tun des Kindes haben
  • Das soziale Umfeld einbeziehen

 

Für uns bedeutet Dokumentation:

  • Formulierung von Arbeitsergebnissen, Entwicklungsgeschichten des Kindes
  • Die Niederschrift von Ergebnissen
  • Zusammenfassung – Fazit
  • Zielformulierungen
  • Strukturieren – Archivieren
  • Kommunizieren mit Kollegen, Eltern und anderen Institutionen.

 

 

Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation

 

Entwicklungsbeobachtung und –dokumentation anhand des Entwicklungsbegleiters von Petermann, Petermann und Koglin

 

Der frühkindlichen Bildung und Förderung kommt heute ein immer größerer Stellenwert zu.

 

So geht es nicht mehr nur um die Verbesserung schulischer Lerninhalte und Fördermaßnahmen, vielmehr sind auch frühere Lern – und Entwicklungsphasen im Kleinkind- und Kindertagesstättenalter in den Mittelpunkt gerückt.

 

Eine gezielte Förderung bestimmter Kinder setzt immer eine möglichst genaue Kenntnis des aktuellen Entwicklungsstandes voraus.

 

Alle an der Erziehung beteiligten Personen (Erzieher und Eltern) müssen einen geschulten Blick dafür entwickeln, welche Kinder in spezifischen Bereichen noch keinen altersgerechten Entwicklungsstand erreicht haben.

 

Neben Entwicklungsrückständen sind auch besondere Begabungen von Kindern zu berücksichtigen. In diesem Fall müssen Kinder gezielt in ihren Fähigkeiten gestärkt werden.

 

Daher haben wir uns für das Beobachtungsprinzip nach Prof. Ulrike Petermann, Prof. Franz Petermann und Prof. Ute Koglin entschieden und möchten es gerne im Folgenden vorstellen:

 

Entwicklungsbeobachtung und – dokumentation (im Folgenden EBD genannt)

EBD 24-72 Monate

 

 

Ziel der Entwicklungsbeobachtung und –dokumentation:

 

Ziel der Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation war, eine Beurteilungshilfe zu entwickeln, die von pädagogischen Fachkräften dazu genutzt werden kann, den kindlichen Entwicklungsstand bzw. die Entwicklungsfortschritte jedes Kindes bereits ab dem dritten Lebensmonat zu beobachten und zu dokumentieren. Erst dadurch ist es möglich, die Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zu erkennen.

 

An das Instrument wurden folgende Anforderungen gestellt:

  • Bereits im Krippenalter einsetzbar

  • Geringer Zeit- und Kostenaufwand

  • Einsatz alltagsnaher Materialien bei der Beurteilung der Kinder

  • Erfassung der wichtigsten Entwicklungsbereiche

  • Einfach und praktisch handhabbar mit eindeutigen Aufgaben und Antwortvorgaben

  • Eindeutige Hinweise für die Interpretation der Ergebnisse unter Angabe konkreter Handlungsschritte

 

 

Was wird mit der Entwicklungsdokumentation beobachtet?

 

Die Aufgabensammlung dient dazu, die Entwicklung der Kinder in verschiedenen Entwicklungsbereichen systematisch zu beobachten und zu dokumentieren.

 

Auf diese Weise können besondere Stärken und auch Schwächen der Kinder erkannt werden. Zudem ist eine erste Orientierung zum frühzeitigen Erkennen von Auffälligkeiten oder Abweichungen in spezifischen Entwicklungsbereichen möglich.

 

Die altersspezifischen Aufgaben werden in den normalen Kindergartenalltag einbezogen.

 

 

Folgende Bereiche werden Mithilfe der EBD betrachtet:

 

(als Beispiel 54 Monate)

 

Haltungs- und Bewegungssteuerung:

 

Eine koordinierte Bewegung setzt ein feines Zusammenspiel von Sinnes- und Muskelaktivität voraus, damit die Bewegung leicht und angemessen gelingt.

 

Jede neue Bewegung muss also gelernt und ständig wiederholt werden, bis sie schließlich „automatisch“ abläuft.

 

Je mehr Bewegungsabläufe schon beherrscht werden, desto leichter können neue Bewegungen ähnlicher Art eingeübt werden.

 

Hierzu gehören z.B. Fähigkeiten wie:

  • Vier Schritte in gerader Linie rückwärts gehen

  • Fünf Schlusssprünge ausführen

 

Feinmotorik und Visumotorik:

 

Für die Entwicklung der Feinmotorik lassen sich Reifungsvorgänge nachweisen.

 

Hierzu zählen Fähigkeiten wie:

  • schraubt eine Schraube in eine Mutter hinein und heraus

  • malt ein Pluszeichen

 

Sprache:

 

Der Sprache kommt als elementare Voraussetzung des Kommunizierens, des sich Mitteilens und damit auch dem Erwerb höherer kognitiver Funktionen ein besonders großer Stellenwert zu.

 

Hierzu zählt in der Altersstufe:

  • verwendet die richtigen Artikel

  • versteht Aufforderungen und setzt sie um

 

Kognitive Entwicklung:

 

Unter kognitiver Entwicklung lassen sich viele verschiedene Aspekte des Lernens, Denkens und der Intelligenzentwicklung im weiteren Sinne zusammenfassen.

 

Hierzu zählen Fähigkeiten wie:

  • findet doppeltes Bild unter Einzelbildern

  • benennt Körperteile

 

Emotionale Entwicklung:

 

Sie bezieht sich auf Fähigkeiten im Umgang mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer Kinder oder Erwachsener.

 

Hierzu zählt:

  • erkennt und benennt Gefühle von anderen

  • kann leichte Frustration gut regulieren

 

Soziale Entwicklung:

 

Die soziale Entwicklung ist eng mit der emotionalen Entwicklung verknüpft. Sie äußert sich darin, dass Kinder langfristige, positive Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen aufbauen können.

 

Hierzu zählt:

  • beginnt Gespräch mit einem anderen Kind

  • hat einen angemessenen Bewegungsdrang

 

Wann erfolgen diese Screenings (Beobachtungen)

 

Die Beobachtungen werden durchgeführt mit:

 

24 Monaten      30 Monaten

36 Monaten      42 Monaten

48 Monaten      54 Monaten

60 Monaten      66 Monaten

72 Monaten

 

Die Beobachtungen erfolgen halbjährig, einen Monat vor oder bis einen Monat nach dem Termin.

 

Die Beobachtungen werden im Protokollbogen festgehalten und nach der Auswertung erfolgt ein Elterngespräch. Dort wird die weitere Vorgehensweise mit den Eltern besprochen, falls Defizite vorliegen.

 

In der Übersicht über den Entwicklungsverlauf werden die Daten ebenfalls eingetragen und fortlaufend fortgeführt. So erhält man ein Diagramm über den Entwicklungsverlauf eines jeden Kindes.

 

 

Quelle: Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation EBD 3-48 Monate

Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation EBD 48- 72 Monate